Lorenz Hartmann hat im Frühjahr 2014 mit einer kleinen Serie von Berlin-Postkarten im Sofortbildstil PICKMOTION gegründet. Mittlerweile ist der Verlag europaweit tätig, lizenziert Bilder von mehr als 300 Instagram Fotografen und das Produktangebot wurde von Postkarten über Klappkarten bis hin zu Magneten erweitert. Das Interview mit dem Gründer zu Idee und Grundprinzipien von Pickmotion.

›       Wie bist du auf die Idee gekommen, Postkarten im Sofortbild-Stil zu produzieren?

Wie viele andere wahrscheinlich auch musste ich immer wieder feststellen, dass bis auf ein paar wenige Ausnahmen von kreativen unabhängigen Fotografen und Designern, der Anspruch an Design und Qualität bei Post- und Ansichtskarten oft völlig auf der Strecke bleibt. Einige wenige große, etablierte Verlage teilen sich den Markt untereinander auf und setzen vor allem auf Masse statt Klasse. Wenn man aber genauer hinschaut, ist der Markt sehr spannend. In Zeiten ständiger Flexibilisierung und Digitalisierung sehnen sich die Menschen nach einfachen, schönen und haltbaren Dingen. Genau diesen Wünschen können wir mit liebevoll fotografierten oder gestalteten Postkarten entsprechen.

Zwei Schlüsselereignisse haben dann schließlich dazu geführt, PICKMOTION an den Start zu bringen. Zum einen wurde ich auf einer Spanien-Reise auf damals völlig neuartige Postkarten im Sofortbildstil aufmerksam. Zum anderen war ich durch meinen Job im Internet- und Mobilbereich ununterbrochen konfrontiert mit hochklassigen digitalen Inhalten, die für wenige Momente die Aufmerksamkeit von vielen Tausenden, ja gar zum Teil Millionen erfahren, dann aber oft ungenutzt im digitalen Nirwana verschwinden!

Diese Beobachtungen waren für mich spannend genug, um neben meinem Beruf peu à peu das Unternehmen PICKMOTION zu durchdenken, zu planen und dann mit viel Spaß an der Sache umzusetzen.

›       Hast du erwartet, dass die Karten so erfolgreich sein würden?

Ganz ehrlich: Ja! Ich hatte nur nicht erwartet, dass es mir gelingt, so tolle Mitarbeiter, Fotografen und Partner zu gewinnen, um die Idee so schnell größer und stärker werden zu lassen. Waren wir anfangs noch regional beschränkt und darauf fokussiert das alternative Berlin zu zeigen, kam bald der Impuls von außen, die Postkartenserien größer zu denken. Neben Berlin-Aufnahmen zeigen wir mittlerweile auch einzigartige Momente und Stimmung; zudem rückten auch andere Städte in Deutschland in den Fokus. Wie haben von Tag 1 an einen intensiven persönlichen Kontakt sowohl mit Instagrammern als auch mit den Händlern aufgebaut. Dies hat die perfekte Grundlage geschaffen mit tollen Menschen im Gespräch zu sein, sie am Erfolg zu beteiligen und eine Alternative zu unpersönlicher Stockfotografie aufzubauen. Ich glaube, dass die Leute das auch spüren.

›       Wie will PICKMOTION sich auf dem Markt behaupten?

Indem wir nicht alles neu machen, sondern den Regeln des Marktes folgen. Wir rennen zum Beispiel nicht dem Trend “Mass Customization” hinterher, sondern stellen uns  im Bereich Vertrieb und Logistik ähnlich auf wie der Wettbewerb. Wieso sollten wir hier auch etwas anders machen, wenn es sich doch bewährt hat? Wir drehen an anderen Stellschrauben und wollen mit persönlichen, authentischen und schönen Produkten überzeugen, die für sich selbst sprechen. Partner und Kunden sollen spüren, dass Pickmotion anders tickt. Wir wollen nicht nur, dass der Umsatz stimmt, sondern auch im persönlichen Umgang mit unseren Fotografen, Partnern und Kunden ein gutes Gefühl hinterlassen und gemeinsam Werte vertreten.