Falls du William Kleins Fotografie noch nicht kennst, schau dir seine Ausstellung an und falls doch, schau sie die trotzdem an.

Die meisten seiner Bilder werden üblicherweise zusammen ausgestellt, in großen Ansammlungen, was dem Ganzen ein Gefühl von Filmkunst gibt. Und das beschreibt genau seinen Stil, bedenkt man auch, dass er ebenfalls Filme produziert. Bekannt dafür die soziale Szene eines dunklen New Yorks zu dokumentieren, nähert sich Klein seinen Zielpersonen ungeplant, aus reinem Instinkt, roher Energie, er mischt sich in die Masse, hat daran Spaß, kommt den Menschen näher und näher bis er sie hat: die Grimasse, die Gleichgültigkeit, das Grinsen und Stirnrunzeln.

 

Wie der Junge, der seine Pistole auf die Kamera richtet mit gestellt wütenden Gesicht. Die Geschichte dahinter: Klein bat den Jungen darum knallhart zu blicken und dieses ausgewählte Foto, das ihn berühmt machte, kannst du jetzt mit zwei weiteren Fotos auf einem lackierten Kontaktbogen sehen. Die Auswahl spielte eine bedeutende Rolle.

Viel Unklarheit ist in seinen Werken und scheinbar belanglosen Zusammenstellungen. Es kümmerte ihn nie, ob seine Bilder scharf und sauber wirkten. Er hatte nur zwei gebrauchte Linsen, um seine Vogue Modereihen zu fotografieren, doch das amüsierte ihn, er begann auch damit zu spielen.

 

 

 

 

 

 

 

Vom Malen zur Street Photography, von Covern bedeutender Magazine zu Fashion Aesthetic und politisch motivierten Filmen, er spielte mit allem, immerzu am Experimentieren, am Brechen aller Regeln, machte er sogenannte Anti-Fotografie, ging gegen alle Konventionen und es funktionierte.

William Klein
Photographs and Films
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