Sein Stream lebt vom Kontrast zwischen der multikulturellen Metropole Berlin und seiner Heimat Neubrandenburg: @elfestivalito ist weltoffen und zugleich heimatverbunden, und er hat es geschafft, dass auch andere Igers sich für seine Stadt mit echtem Ostflair interessieren – die übersättigten Berliner kommen gerne für einen Fotowalk vorbei – und er tankt hin und wieder in Berlin auf.

@elfestivalito aka Heiko Kühl ist ein echter Neubrandenburger. Die 63 000-Seelen-Stadt zwei Stunden von Berlin kennt er wie seine Westentasche: “Man sieht hier viele Menschen mit Rollator, wenige hübsche Menschen, graue Haare und Klamotten von Adler”, sagt er. Dabei ist er eigentlich Fan seiner manchmal tristen Heimat: “Ich bin hier zu Hause solange ich denken kann. Hier ist es entspannt, idyllisch und schön – und ich finde Ruhe, wenn ich Ruhe haben möchte.”

Während Heiko also in Berlin das Nachtleben, internationale Flair und die Anonymität schätzt, gibt es auch Austausch in die andere Richtung. Als er vergangenes Jahr im September zum Fotowalk eingeladen hat (#visit_neubrandenburg, #mp_neubrandenburg) kamen unter anderem @karstenkimble, @urbanentdecker_, @loewe7 und die Macher von mobile photography @kickin und @brainyartist. Vor allem das Kulturhaus von Architektenlegende Ulrich Müther hatte es den Berlinern angetan. Es wirkt wie die bescheidene Schwester vom Tempodrom in Berlin und ist auch tatsächlich über 20 Jahre älter.

@elfestivalitos stream ist von einer weichen Farbigkeit geprägt, er nutzt nahezu ausschließlich Instagram und sein Smartphone. “Reflektion liegt mir am meisten,” erklärt der Begründer des ironischen false friends #ic_carroofreflections und ein großer Fan von #lookingup und #minimalarchitecture. Er ist außerdem shareholder vom shooter Magazin, und seine Pläne für 2016? Sich eine Kamera zulegen, um “noch mehr aus den Bildern rauszuholen.”

@elfestivalito kuratiert am Wochenende @pickmotion mit seinen Lieblings-Igers.

Porträt im Coverbild: Anna Kiddo