In unserem August #pckphototalk treffen wir die fröhliche und junge Fotografin Kirsten Stowers alias @dizzydisco aus Austin.

Wir haben uns vor kurzem in Berlins trendigem Prenzlauer Berg getroffen, während sie auf einer kurzen Europareise war. Die Idee war, in einem echten Berliner Sommer „Biergarten“ zu sitzen, aber Zeus änderte unsere Pläne und wir ließen uns in einem der vielen schicken Cafés in der Gegend nieder. Dies sind einige der Höhepunkte unseres Gesprächs.

Was hat dich dazu gebracht, Fotografin zu werden?

Julian, mein Partner ist ein großer Einfluss, der mich ermutigt, kreativer zu werden. Ich ging aufs College und war mir nicht sicher, was ich machen wollte. Nach meinem Abschluss wurde mir klar, dass ich Kunst, insbesondere Fotografie, liebe.

Wie hast du dann angefangen und was ist deine Philosophie?

Nun, ich ging gerade wieder zur Schule für Werbegestaltung, weil du damit gleichzeitig Kunst machen und Geld verdienen kannst. Ein Teil unserer Kursarbeit bestand darin, Ideen zu entwickeln, etwa wie man zwei Dinge zusammenfügt und etwas völlig anderes daraus macht. Ich hatte diese Ideen und ich wollte es ihnen zeigen. Zuerst war ich etwas verlegen wegen meiner Arbeiten, weil ich fühlte, dass sie nicht so gut waren. Ich habe aber gelesen, dass du zuerst deine schlechten Ideen rausbringen musst, bevor die guten kommen. Man muss es einfach nur machen, um sich weiterentwickeln zu können. Also, das ist die Philosophie, die ich habe.
Ich erzählte niemandem wirklich, dass ich es zuerst auf diese Weise tat, weil es wie eine andere Seite von mir war. Aber nach einiger Zeit begannen andere es herauszufinden. Ich entwickelte mich und wuchs sehr langsam, da es eine Art Leidenschaftsprojekt war. Ich möchte auch nicht viel Druck auf mich selbst ausüben, denn ich möchte, dass es Spaß macht. Ich will, dass es mehr meiner Leidenschaft entspricht als nur etwas, das ich tun muss, um Geld zu verdienen.

Wofür verwendest du Instagram und was bedeutet das für dich?

Ich nutze diese Plattform, um meine Arbeit zu teilen und zu präsentieren. Aber für mich ist es eher wie eine Gemeinschaft. Es ist eine großartige Möglichkeit sich mit Menschen zu verbinden und es fühlt sich an als wäre man nicht allein.

Wer sind deine drei Lieblings-Instagramer? </ strong>

Aleksandra Kingo, @aleksandrakingo aus London. Jessica Walsh @jessicawalsh, sie ist Art Director und eine meiner stärksten Inspirationen. Nicolle Clemetson @nicolleclemetsonstudio aus Portland. Einmal habe ich sie angeschrieben, denn nachdem ich ihr Tutorial-Video gesehen habe, hatte ich ein paar Fragen und sie sagte mir, wenn ich in Portland wäre, sollten wir uns definitiv treffen. Es war wirklich verrückt, dass eins meiner größten Idole bereit war mit mir zu reden.

Du bist gerade auf einer Europareise. Was nimmst du von deinen Reisen mit nach Hause? Können wir das in deinen Werken sehen? </ Strong>

Absolut. Eine meiner größten Inspirationen ist Street Art. Ich mag es einfach, verschiedene Arten von Künstlern zu sehen, in Kunstmuseen zu gehen. Wenn man an einem neuen Ort ist, kommen so viele frische Ideen herein. Wenn man zu Hause ist, kann man sich irgendwie selbst im Weg stehen. Neue Ideen und Reisen hingegen sind so aufschlussreich und erfrischend.

Woher bekommst du Inspiration? </ strong>

Ich fühle mich mit der Fotografie und deren Bearbeitung oft wie eine Malerin, z.B. wenn ich etwas hervorhebe und das Feintuning ausführe. Ich finde viel Inspiration bei Malerinnen. Ich liebe Frida Kahlo und Georgia O’Keeffe – beide sind sehr individuell und unterschiedlich und haben eine starke Stimme. Ich bekomme eine Menge Inspiration von weiblichen Künstlern und Malern. Besonders beeindruckend finde ich Annie Leibovitz, die seit den 70er Jahren eine große Präsenz hat.

Was sind deine Pläne für die Zukunft? </ strong>

Ich versuche mehr technische Fotofähigkeiten zu erlernen, weil ich bis jetzt sehr konzeptionell war. Für @dizzydisco plane ich, immer wieder neue Ideen zu finden, Dinge zu veröffentlichen, zu wachsen und meine Zeit damit zu verbringen, den Feed mehr wie einen kreativen Output zu verwenden. Und für meine professionelle Fotografie-Website www.dizzydisco.com , möchte ich technisch besser werden, lernen besser mit Kunden zu arbeiten und hoffentlich schließlich meine eigenes Studio aufzubauen.

Warum der Name @dizzydisco? </ strong>

Eigentlich hatte mein Bruder die Idee. Ich liebe die 70er und wenn ich eine Ära wählen müsste um aufzuwachsen, wären es wahrscheinlich die 70er. Also, dizzydisco kam einfach so auf, es klang gut und so war die Entscheidung schnell gefallen. Manchmal frage ich mich immer noch, ob es besser gewesen wäre, meinen richtigen Namen zu benutzen, aber ich mag dizzydisco wirklich und es ist eingängig.

Eine letzte Frage: Was magst du am meisten an Berlin? </ strong>

Kunst ist überall in den Straßen. Und das Gefühl von Stolz, das politische Interesse und die Bereitschaft, für etwas aufzutreten, das für die Berliner wichtig ist (z. B. Anti-Google-Zeichen in der Nachbarschaft). Menschen haben eine Stimme, sie werden gehört. Sie sind so voller Leidenschaft für das, was sie haben, und sie wollen es behalten. Es ist irgendwie erfrischend. Außerdem hat Berlin eine sehr interessante Geschichte und es fühlt sich auch noch irgendwie lebendig an. Eine Woche nach meiner Geburt ist die Berliner Mauer gefallen und das ist verrückt daran zu denken. Es ist ein sehr interessanter Ort wegen der Geschichte.