Giuseppe Pepe ist ein junger Kreativer aus Ibiza, Spanien, der sich auf Porträts seiner Freunde und zahlloser Igers spezialisiert hat – alledings alle kopflos. Seit 2014 arbeitet er als head of design im Klub Space Ibiza. Ich bin sehr glücklich, dass er sich die Zeit genommen hat, für uns ein paar Fragen über sein #loosingmymind Projekt zu beantworten.

Was heißt es, head designer im Space Club Ibiza zu sein?
Harte Arbeit, Kreativität, mehr Koffein, Stress und eine gute Portion Selbstdisziplin.

Deine Fotos sind eigentlich typische Instagram Porträts, nur dass der Kopf der Abgebildeten fehlt – welches Konzept steckt dahinter?
Bevor ich mit dem headless Projekt begonnen habe, war meine Gallerie ein einfaches Instagramprofil wie andere auch, wo ich mit der Community interagierte und Fotos von meinen Reisen, der Arbeit, Freunden und Kreativität postete. Wir verlieren alle mal unseren Kopf für etwas oder für jemanden, das kann jeden Tag passieren, mindestens aber einmal im Leben. Es passiert uns allen, und das meine ich. Wie würden wir ohne unsere Köpfe aussehen, ohne unseren „Körper-Motor“? Ist das vorstellbar? Das Bild würde lustig, furchteinflößend, einmalig… aussehen. Ich dachte, warum soll ich uns nicht einfach mal enthaupten, um zu sehen, wie das aussieht. Das Ergebnis ist manchmal grandios. Weil ich Teil der Community bin, wollte ich diese Idee natürlich mit Millionen anderer Igers teilen und alle Teil meines Projektes werden lassen – Wie würdest du ohne deinen Kopf aussehen?

Wie setzt du das technisch um? Bist du meisterhaft im Umgang mit Photoshop?
Lol. Denkst du das von mir? Danke. Aber ich bin nur ein Autodidakt, der mit Photoshop, CMYK-Farben und guter Musik aufgewachsen ist.

Seit wann schießt du Fotos? Wie fing das an?
Ich habe 2002 damit angefangen, als ich 15 Jahre alt war. Es war ein sehr heißer Sommer, ich war sehr jung, und ich fing an, in einem Sommerclub zu arbeiten (weil ich mich immer schon für Clubkultur interessiert habe). Wir erhielten jede Woche tonnenweise Promotionflyer und -poster (damals gab es noch keine Web-Promotion). Immer, wenn ich nichts zu tun hatte, starrte ich diese Grafiken an, ich studierte sie und versuchte die Bedeutung hinter den Bildern und Illustrationen zu verstehen. Ich kann mich noch sehr gut an den Geruch von Frischgedrucktem erinnern, den ich liebte. Am Ende dieses Sommers kaufte ich mir einen Computer und verbrachte viele Nächte vor diesem Kasten, ich träumte von der Kunst, die ich heute mache und die der Sinn meines Daseins ist.

Lässt du dich von Literatur und Malerei inspirieren? Deine Fotos erinnern mich an H.G. Wells und René Magritte.
Ich liebe Magritte ohne Frage, aber eigentlich lasse ich mich von allem inspirieren, von Musik, Reisen, Ausstellungen und Bildern.

Wer sind die Fotografierten? Haben Sie sich mit der Enthauptung einverstanden erklärt?
Die Dargestellten sind oft Igers von überall auf der Welt. Sie fragen mich, ob sie Teil des Projektes werden können, oder ich frage sie nach Bildern, die ich in ihrer Galerie gesehen habe und die zu meinem Projekt passen. Manchmal schieße ich das Foto mit Igers oder ich erkläre ihnen, wie sie ein bestimmtes Bild aufnehmen sollen, so dass ich es mit einem meiner wöchentlichen Themen kombinieren kann.

Wo nimmst du die Fotos auf? Welche Orte interessieren dich?
Das ist abhängig vom Thema. Es kann manchmal mitten auf der Straße sein, in der Wüste, an merkwürdigen Orten, oder unglaublichen Straßenecken.

Im Herbst zeigst du deine Arbeiten zum ersten Mal in einer Ausstellung auf Ibiza. Was sind deine Pläne für danach?
Ich hoffe ich kann mit dem nächsten Schritt von #LoosingMyMind beginnen, und von dieser Insel aus auch andere Leute mit meinem Projekt erreichen – und warum nicht die Erfahrungen nutzen, die die Kunstwelt bietet?