”So ‘nen Scheiß brauch’ ich nicht”, sie erinnert sich noch sehr gut an ihre erste Reaktion auf die neue Trend-App, die eine Freundin ihr ans Herz gelegt hatte. 2012 begann sie trotzdem, IG zu nutzen – in ihrem Umfeld als Letzte. “Dann fing die Sucht an” – und noch nicht einmal die anfangs hässlichen Filter konnten @nma.g davon abhalten, auf ihren regelmäßigen Pendelfahrten zwischen Wiesbaden und Mainz eine Menge Zeit auf Instagram zu verbringen.

Bis heute widmet Natanja Marija Grün wie so viele andere auch die ersten fünf Minuten nach dem Aufstehen der Foto-App, an mehreren Tagen pro Woche hat die pendelnde Studentin zwei bis vier Stunden Zeit, neues Bildmaterial mit Instagram und VSCO direkt auf ihrem Samsung S4 Mini zum Upload zu bearbeiten. “Ich poste zeitunabhängig”, sagt sie, die seit dem ersten Handy, das “gescheit” fotografieren konnte, eine Foto-Manie entwickelte, die sich aber mittlerweile entspannt hat. Meistens fotografiert sie mit dem Handy, einige der Porträts sind aber auch mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen.

@nma.g’s feed enthält eigentlich die Fotos von ihr und ihren Nächsten: der ältesten Freundin seit Kindheitstagen @estherwalnuss und ihrem Freund @andthefuchs, deswegen sind auch einige verträumte Porträts der Fotografin Teil der Galerie. Drei Worte umscheiben ihre Bilder, die 3 C’s, sagt sie: “city, cooking, coffee – eine Mischung der Sachen, die ich mir selbst gern ansehe.” Natanja modelliert außerdem wie sehr viele ältere Vorbilder ausgezeichnet mit Licht und Schatten und sieht ihre Motive förmlich schon im Quadrat.

Instagram ändert unser Sehen, da ist sie sich sicher: “Alles, was man früher gelernt hat, der goldene Schnitt und so weiter, ist mit Instagram obsolet geworden, es widerspricht sogar den typischen Fotografenregeln. Das Quadrat bietet andere Möglichkeiten und Blickwinkel für geometrische und symmetrische Kompositionen.” Natanja liebt neben dem weiten Winkel bei Instagram auch die Challenges und die Community.

Bei MeetUps ist der Aha-Effekt manchmal groß, wenn sie Igers trifft, die sie eigentlich glaubt, schon zu kennen, einfach weil alle Schichten und Altersgenerationen vertreten sind. Bis heute aber bleiben die anfänglichen Kontakte wichtig für @nma.g: “Leute, denen ich von Anfang an folgte…” Einen Overload hat die Studentin des Media & Design Managements noch nicht und sie wünscht sich, eines Tages auf die suggested user list zu kommen.

 

@nma.g’s Lieblingsinstagrammer:
@greatbigwhale, @whatforbreakfast und @tobias___k

@nma.g ist auch auf tumblr