Schon das Instagram-Pseudonym hat eine persönliche, etwas makabere Geschichte – einer der ersten Assistenzjobs Saskia Bauermeisters war es, eine Beerdigung zu filmen. “Ich stand aus Versehen auf einem kaputten Grab von einer Hedwig. Der Name hat sich im Laufe der letzten Jahre eingeprägt.” – und so kam es, dass einer der heimeligsten und authentischsten Accounts auf Instagram @oh_hedwig heißt.

Der Weg zur Fotografie begann, wie so oft im Leben, mit einem Umweg. Saskia versuchte eine Ausbildung als Physiotherapeutin, aber brach ab “Ich interessierte mich plötzlich mehr für die Fotografie als für Muskeln und Knochen.” Schließlich absolvierte sie eine klassische Fotoausbildung in einer Agentur – und fotografierte hier schon drei Hochzeiten pro Woche – die Leidenschaft für dieses Genre nahm seinen Anfang.

Instagram war für @oh_hedwig ursprünglich ein Katalysator für Kreativität. “Vor etwa zwei Jahren habe ich meine Kreativität verloren, ich wusste nicht wohin mit mir.” Die selbstgestellte Aufgabe, jeden Tag ein schönes Foto aus ihrem Alltag zu posten, erfüllt sie immer noch – daher auch der Tagebuchcharakter ihrer Galerie. Natürlich inszeniert sie, aber die Aura von Authentizität haben ihre Fotos behalten. “Um ein neues Instagrambild zu machen, gehe ich nicht extra in ein fancy Café”, sagt sie im Interview auch. Eher noch muss sie ein Regal zimmern und zum Baumarkt fahren, um ihre Kreativität auszuleben.

Oft arbeitet die aus einem Dorf bei Magdeburg stammende Saskia mit dem Tageslicht am Fenster, weil die Berliner Wohnung dunkel ist, ein anderer Fokus ist ihr Bett und die augenfälligste Konstante ihre roten Haare. Alle Selbstporträts, man mag es kaum glauben, sind auch tatsächlich Selfies und absolut jeder Post mobile only. Ihren Stil beschreibt sie mit drei Worten: emotional, gemütlich und authentisch. Sie liebt die Fotobände Tim Walkers und die Filme von Wes Anderson. Gespräche mit ihren kreativen Freunden sind eine der größten Inspirationen.

Inzwischen kommen auch einige Aufträge über Instagram – @oh_hedwig wählt sich aus, was am besten zu ihr passt – Werbefotos für Verlage wie Piper oder Hanser, ihr erstes Lifestyleshooting für Esprit, ein Job für Microsoft. “Ich brauch´ die Abwechslung und ein bisschen Nervenkitzel”, kommentiert sie die Liste der illustren Kunden trocken. Aber sie wählt genau aus – denn “Mein Instagram Account ist mir heilig.”

Saskia arbeitet jetzt zwei Jahre als freischaffende Fotografin – und bereut nichts “das war das Beste, was ich machen konnte”. Für den Sommer ist sie bereits für unzählige Hochzeiten gebucht – ihre wichtigste Devise dabei “Es muss echt sein! Ich finde es schlimm, wenn man dem Paar einredet, wie es posieren soll. Am liebsten möchte ich die einfach nur machen lassen.”

Am Valentinswochenende übernimmt Saskia unsere IG-Galerie und erzählt eine Lovestory.
@oh_hedwigs Lieblings-Igers: @herz.und.blut, @ezgipolat, @vanellimelli
@oh_hedwigs Lieblings-Hashtag: #morningslikethese

BONUS

Auf einen Kaffee mit @oh_hedwig. Hört unsere 5 Fragen an Saskia mit authentischem Kühlschrank-Summen im Hintergrund: