Er lebt an einem Ort, von dem andere träumen: im tropischen Paradies Honduras. Umgeben von einer unvergleichlichen Natur und weißen Sandstränden fällt es leicht, die Seele baumeln zu lassen und das Leben in zurückgelehnter Haltung zu genießen. Oder aber, man lässt sich durch die traumhaften Szenerie zu einem beeindruckenden kreativen Output inspirieren! Eines können wir vorab auflösen: @matiascelis gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Seine Gedanken zum großen Ganzen, wie dem Universum, oder den kleineren Details des alltäglichen Lebens, haben uns nachhaltig beeindruckt. Es war uns eine Freude, ihn kennen zulernen und wir werden das Gespräch so schnell nicht vergessen. Aber lest selbst!

Hallo Matias! Erst einmal vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview nimmst und wir mehr über dich erfahren dürfen. Zum Start wäre es toll, wenn du dich kurz vorstellst.

Hallo Leute! Ich danke euch für die Einladung! Ich starte mal mit den Basics: Mein Name ist Matias, ich bin 42 Jahre alt, single und habe keine Kinder. Ich wurde in Vina del Mar, Chile geboren und habe viele Jahre in Santiago gelebt, bevor ich nach Tegucigalpa, Honduras, kam. Ansonsten reise ich gerne, radle, höre Musik, besuche Live-Konzerte, lese, schaue mir Filme und Serien an. Freiheit ist mir im Leben das Allerwichtigste.

 

Soweit, so gut! Kannst du erklären, wie deine Leidenschaft für die Fotografie entstanden ist und welche Rolle sie bei deiner Berufswahl spielte?

Sehr gerne. Im Moment arbeite als Publizist und als Chief Creative Officer für 4AM Saatchi & Saatchi Honduras. Nachdem ich an der School of Fine Arts in Chile Werbung und Kunst studiert hatte, schien das Verlagswesen der richtige Weg zu sein. Aber ich stellte fest, dass ich meine künstlerische Seite auf diesen Weg nicht voll entfalten kann. Durch Instagram fand ich dann die Gelegenheit, mich zu entwickeln und mich künstlerisch auszudrücken. Ich erkannte schnell, dass es zwei Arten von Instagram-Nutzern gibt: diejenigen, die es wie Facebook verwenden, Selfies, Food-Fotos und andere intime Dinge teilen. Die Nutzer aber, die mich inspiriert haben, nutzen Instagram, um ihre kreativen und konzeptionellen Werke zu veröffentlichen. Und so begann ich, meine Idee und Vision der Welt durch diese wunderbare App auszudrücken. 

Klingt, als war  es genau die richtige Entscheidung, bei Instagram einzusteigen. Wie ich dort beobachten kann, bist du ein kreatives Multitalent. Was kreierst du am allerliebsten?

Während meines Studiums an der School of Fine Arts interessierte ich mich unter anderem für Zeichnen und Malen. Aber seit ich als Publizist arbeite, komme ich nicht mehr dazu. Ich mag eigentlich die gesamte Palette der bildenden Künste. Die Fotografie zieht mich deshalb so an, weil sie eine sehr ausgleichende Wirkung auf mich hat und es mir erlaubt, mich frei auszudrücken.

Und was tust du, um dich inspirieren zu lassen? 

Zu den beiden Hauptquellen meiner Inspiration gehört zum einen das Reisen. Dabei lasse ich die individuelle Ästhetik der verschiedenen Orte auch mich wirken, analysiere und reflektiere sie.  Zum anderen ziehe ich meine Inspiration aus den Werken anderer Fotografen, die ich bewundere und häufig ebenfalls über Instagram entdecke.

 

Verrätst du uns einen deiner Lieblingsaccounts? 

Aus den zahlreichen Accounts, die mir sehr gefallen, ragen vor allem die folgenden drei heraus: @nikolator, @marcuscederberg und @huxsterized.

Und nun zu deinem Stil: Wodurch hat sich dein minimalistischer Stil mit Hang zur Architektur und Pastellfarben geprägt und warum zieht er dich so an? 

Besonders gerne arbeite ich mit Gegebenheiten des alltäglichen Lebens, wie etwa Fassaden oder Automobile. Besonders spannend dabei sind die feinen Unterschiede zwischen den Ländern, die die Motive so einzigartig machen. Das erste, was ich auf Reisen tue, ist, die Stadt zu erkunden und mir Notizen zu machen. Später gehe ich herum und mache einfach intuitiv Fotos von dem, was mir gefällt. Später gehe ich für die perfekte Bildqualität während der magischen Stunden des Sonnenauf- oder untergangs zu den Orten zurück.

 

Seit ich in Honduras lebe,  sind immer häufiger auch Fotografien von Stränden mit dabei. Die Strände von Honduras sind mit ihrem türkisfarbenen Wasser und dem schneeweißen Sand einfach überwältigender als alle, die ich je zuvor gesehen habe. Das muss ich einfach mit meinen Followern teilen!

 

Das Konzept des Minimalismus fand ich schon immer gut; es gibt meinem Leben ein gewisses Gefühl von Harmonie und Gelassenheit. Mich fasziniert die Idee, eine komplexe Welt wie unsere durch durch Bilder vereinfachen zu können.

Ich glaube, wir sind nur ein Wimpernschlag in der Geschichte des Universums und vom Moment unserer Geburt an unbedeutend. Es liegt an jedem einzelnen, seinem Leben Sinn und Bedeutung zu geben.

In meinen Kompositionen strebte ich zunächst nach mehr Farbe und Balance. Als ich jedoch nach Honduras kam, begann ich dieses Konzept zu überdenken. Ich erkannte, dass ich meine Fotos auf eine andere Ebene bringen wollte, eine Ebene, die nicht nur die Realität so zeigte, wie sie ist, sondern auch, wie ich sie mit meinem wirklichen und auch dem inneren Auge sehe. Ich begann, das Geschehen meiner Innenwelt zu reflektieren. Die Pastellfarben sind einige meiner Favoriten, weil sie eine entspannende Wirkung auf mich haben. Ich verwende aber auch Volltonfarben, wenn ich Energie ausdrücken möchte.

 

Das ist ein sehr achtsamer Kreationsprozess. Mir gefällt deine Denkweise!  Druckst Du Deine Fotos auch aus und verwendest sie beispielsweise zur Dekoration Deines Hauses? So könnte ihre beruhigende Ausstrahlung auch auf andere Menschen wirken.

Darauf, die Bilder bei mir zuhause aufzuhängen, bin ich bisher ehrlich gesagt noch nicht gekommen. Obwohl ich oft danach gefragt werde. Wenn jemand nach einem Foto von mir fragt, gebe ich das Bild gerne weg. Für die Zukunft habe ich schon darüber nachgedacht, meine Fotos in Gemälde um zu wandeln, da die noch mehr Bedeutung für Menschen haben können. Das ist bisher aber nur eine Idee.

Da die Nachfrage an meinen Fotografien steigt und ich oft gefragt werde, ob und wo es sie zu kaufen gibt, ist es sicher sinnvoll sie in Zukunft auf einem Portal anzubieten.

Unbedingt! Die Bilder sind es wert, in die ganze Welt verkauft zu werden. Deine Instagram-Follower sind ein wichtiger Pfeiler deines Erfolges und wären bestimmt starke Kunden, sollte der Verkauf starten. Was denkst du über die Community, die du um dich aufgebaut hast? Gibt es Verknüpfungspunkte – Arbeitest du beispielsweise oft mit anderen Instagrammern zusammen?

Ja, du hast absolut Recht. Es macht mich glücklich zu sehen, wie groß meine Community schon geworden ist. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich selbst sehr wenigen Menschen folge! Ich hoffe, meine Followerzahl wird noch weiter wachsen.

Ich beobachte aufmerksam die Kommentare und bin meinen Followern sehr dankbar. Wie vermutlich für jeden anderen Fotografen auch fühlt es sich für mich einfach gut an, wenn ein Foto besonders beliebt ist. Gleichzeitig bin ich etwas enttäuscht, wenn ein Foto mal weniger Zuspruch findet. So ist das nun mal in der Gesellschaft, in der wir leben. Wenn mich die Reaktion runterzieht erinnere ich mich aber daran, dass es in meiner eignen Hand liegt, es bei der nächsten Veröffentlichung noch besser zu machen. Denn am Ende ist mein Publikum und die allgemeine Öffentlichkeit eine Art Maßstab dafür, was gefällt und was nicht.

Wir sind bei unserer letzten Frage angelangt. Gibt es noch eine Geschichte oder etwas anderes, was du noch sagen möchtest?

Da kann ich nur sagen, dass ich das, was ich tue jeden Tag mehr genieße. Ich möchte nie damit aufhören, innovativ zu sein und mich zu verbessern. Die Zeit ist wirklich der beste Lehrer.

Das scheint das perfekte Schlusszitat zu sein. Vielen Dank für deine Zeit!