Mit der neuen Blogkategorie #whoiswho wollen wir aktive Instagrammer aus der Community vorstellen, Influencer, die jeder kennen sollte, der täglich auf Instagram ist. Eine dieser Personen ist ganz sicher @gert_pauly aka Anika Meier. Sie schreibt für das monopol Magazin über Kunst und soziale Medien ein eigenes Blog und versammelt ein atemberaubendes Wissen nicht nur über die Ästhetik von Instagram, sondern auch über Museen und Künstler_innen auf der Plattform. Wir sprachen mit ihr über Akademiker, @thisaintartschool, Community-Fotografie und ihre liebsten Instagrammer.

Anika ist selbst lange in einem akademischen Umfeld tätig gewesen, sie unterrichtete an der Universität und schreibt eine Doktorarbeit über den Dichter Stefan George irgendwann zu Ende. Als die heute in Hamburg lebende @gert_pauly für ein Stipendium nach Paris an eine deutsche Forschungsinstitution ging, fing es an, das Instagram-Fieber. Ursprünglich wollte sie die Daheimgebliebenen einfach mit ihren Alltagsbeobachtungen auf dem Laufenden halten, aber schnell wurde ihr klar, dass der Umgang mit der App ihren Blick schärfte und Fotografie und die Kommunikation mit Bildern in den sozialen Medien sie mehr reizte als die Wissenschaft.

“Könnte ich noch einmal die Wahl treffen, ich würde keine Geisteswissenschaft studieren, sondern etwas Praktisches machen”, sagt sie. Mit ihren popkulturellen Betrachtungen hebt sie sich ein wenig von anderen Geisteswissenschaftlern ab – “in akademischen Kreisen”, meint sie “ ist es eher schick, sich von der Welt abzuschirmen, sich in den Elfenbeinturm zurückzuziehen und keine Zeit zu haben für Nebensächliches wie Facebook oder Twitter.” Inzwischen schreibt sie regelmäßig für Monopol über das Phänomen Instagram und erreicht mit Beiträgen wie “10 Tipps. Museen auf Instagram”, “Feminismus 4.0” oder “Krieg dem Selfie-Stick” viele Leser. Die Beiträge sind fundiert und unterhaltsam – Anika liebt das Schreiben und ist seit inzwischen 5 Jahren in der Community von Instagram unterwegs.

Sie hat das Projekt @thisaintartschool begründet, an dem sie inzwischen mit @jorgsengers arbeitet. Das Anliegen dieser spielerischen Kunstschule, die gar keine sein will? Anika: “Instagram ist ernst geworden durch die Professionalisierung der Szene. Jedes Bild soll so viele Likes wie möglich bekommen. Das ist uns nicht wichtig. Likes. Followerzahlen. Und geht es um den Spaß an der Fotografie, wir probieren gemeinsam Dinge aus, schauen uns die Werke bedeutender Fotografen an und machen Fotos, die wir sonst vielleicht nicht machen würden.” Die originellen künstlerischen Challenges geben Gelegenheit, sich in eine künstlerische Perspektive hineinzudenken: Stephen Shore, Wes Anderson, Henri Cartier-Bresso oder Juergen Teller, mit dem alles begann.

Beim #juergentellerassignment ging es um ganz einfache Handlungsanweisungen, die der renommierte Modefotograf und seit kurzer Zeit Pofessor an der Akademie in Nürnberg auch seinen Studenten gegeben hat: “Please take 1 photo of your house (or inside your home) 2 photos of the street where you live 2 photos of animals 1 self-portrait 1 photo of a forest 1 funny photo 2 photos of your favourite food 1 photo with another camera.” Das Medienecho war groß.

In Hamburg hat @gert_pauly gerade für die Hamburger Galerie Dear Photography eine Ausstellung mit Fotografen kuratiert, die über Instagram zur Fotografie gekommen sind. In Berlin hat sie mit dem C/O Berlin zusammengearbeitet, einem Ausstellungshaus für Fotografie. Kürzlich fand passend zur Heidi-Specker-Schau in der Berlinischen Galerie in Kooperation mit This Ain’t Art School ein kleines InstaMeet statt, bei dem die Fotografin selbst durch die Ausstellung führte und anschließend gemeinsam in Kreuzberg fotografiert wurde. Anika beobachtete interessante Parallelen: “Heidi Specker hat in den 90ern das gemacht, was Instagrammer heute tun. Sie zeigt, dass es kein falscher Ansatz ist, einfach mit der Kamera loszuziehen und zu schauen, was einem begegnet.”

Zusätzlich zu den vielen, vielen Projekten pflegt Anika natürlich auch ihren Account @gert_pauly regelmäßig mit neuen Beobachtungen zu einem ihrer Lieblingshashtags: #germangemütlichkeit. Seit kurzem arbeitet sie ein wenig bei Sobooks mit, der Social Reading Plattform von Sascha Lobo und Christoph Kappes. Dort kümmert sie sich um das Blog und die Kommunikation in den sozialen Medien – ein beeindruckender Werdegang und wir sind gespannt, was die Zukunft bringt!

Anikas Lieblings-Igers: @lindaberlin, @bosch, @christopherhall, @mr_sunset & @tomskipp